Wie du dich auf den Marsch deines Lebens vorbereitest

03.06.2019

Unsere Mädels beim Megamarsch

100 km in 24 Stunden? Wieso sollte sich jemand so etwas antun?

Das ist die erste Frage, die den meisten in den Sinn kommt, wenn sie das erste Mal von dem Megamarsch hören. Doch schon bald ist die Neugierde geweckt und du fragst dich, ob DU es auch schaffen würdest?
Tatsächlich hat der Megamarsch zahlreiche Anhänger in vielen Städten Deutschlands. Zusammen mit uns, sind in diesem Jahr ca. 4500 Wanderer an den Start in Hamburg gegangen. Welche Beweggründe wir für die selbstquälerische Aktion hatten, und was wir beim nächsten Mal an unserer Vorbereitung ändern würden, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

Wieviel sind eigentlich 100 km ?

100 Kilometer wandern und das in 24h! Für die meisten hört es sich wahnsinnig an und andere denken bereits darüber nach, ob sie es packen würden. Vielleicht spielst du in deinem Kopf bereits durch, wie viele Kilometer du dafür pro Stunde laufen müsstest oder was du zu dem halsbrecherischen Event mitnehmen würdest. Wir wollen dir mit unserer Erfahrung dabei helfen, den Megamarsch durchzustehen.

Übrigens um den Marsch zu meistern genügt eine Geschwindigkeit von sage und schreibe 4,17 km/h (ohne Pause). Der Durchschnittsmensch geht ca. 5-6 km/h. Klingt doch ermunternd, jetzt nur noch 24h durchhalten. Das bedeutet natürlich auch, dass du die ganze Nacht durchlaufen musst.

Damit auch die Nicht- oder Noch-nicht-Wanderer ein Gefühl dafür bekommen worauf sie sich einlassen: Die Strecke zwischen Hamburg und Bremen ist gute 100 Kilometer lang.

Der durchschnittliche deutsche Pedometer- / Fitnesstrackerbesitzer geht 5200 Schritte am Tag. Das sind ungefähr 3,5 km. Bei einem typischen Städtetriptag, an dessen Ende du müde ins Bett fällst, bist du vermutlich 13-20 Kilometer gegangen. Das sind ziemlich ernüchternde Aussichten, wo wir doch bald 100 km zurücklegen wollten. Aber für einen Rückzieher ist es zu spät, denn wir haben uns schon angemeldet und allen von unserem glorreichen Vorhaben erzählt.


Wer kann mitmachen?

Beim Megamarsch kann sich grundsätzlich jeder Volljährige anmelden, der es mit dem inneren Schweinehund aufnehmen will. Auf dem Weg sind wir den unterschiedlichsten Wanderern mit den unterschiedlichsten Techniken begegnet. Barfuß, im Rollstuhl, Jogger, über 70-jährige, Frauen und Männer, erfahrene Wanderer und Neulinge, durchtrainierte Sportskanonen aber auch Wanderer, die das ein oder andere Kilogramm mehr im Gepäck haben. Letztendlich haben alle dasselbe Ziel: Die Komfortzone verlassen, um über sich hinaus zu wachsen, etwas Verrücktes wagen und natürlich ein unvergessliches Erlebnis, von dem du später berichten kannst.

Motivation, Training und Ernährung

Die Motivation

Beginnen wir mit dem wichtigsten Punkt: der Motivation

Warum haben wir mitgemacht? Berechtigte Frage! Eine Kollegin hatte die Idee, unsere Chefs haben die Startgebühr übernommen und so kam das eine zum anderen. Da der Februar bereits seinen Lauf nahm, gab es nicht viel Bedenkzeit, denn der Megamarsch in Hamburg findet Anfang April statt. Jetzt oder nie! Im Nachhinein bin ich froh darüber, dass wir uns schnell entscheiden mussten, denn nach dem Lesen der vielen Blogbeiträge bekamen wir Bedenken, ob wir mitmachen sollten. Glücklicherweise hatten wir als naive Anfänger aber keine Ahnung, worauf wir uns einlassen und sind einfach ins kalte Wasser gesprungen. Vorab kann ich schon mal sagen: Bereut hat es bisher keiner von uns!

Auf der Megamarschseite wird der Beginn des Trainings 3-6 Monate vor dem Termin empfohlen. Nun hatten wir als Nichtwanderer knappe 2 Monate Zeit. Wir sind zwar alle sportlich aktiv, aber der Megamarsch ist was für Extremwanderer. Entsprechend fielen die Erwartungen von Freunden und Kollegen aus. Die Wetten reichten von 30 bis 60 km. Das war für uns jedoch kein Grund, um Limits zu setzen. Ganz im Gegenteil eher ein weiterer Ansporn! Wir würden es denen schon zeigen war einer unserer Motivationsgründe!

Einer der größten Fehler ist, das können wir im Nachhinein sagen, das setzen von Grenzen. Denn sobald du diese beim Marsch bewältigt hast, schaltet sich in deinem Kopf etwas um: Ich habe meine Ziel erreicht. Wieso sollte ich jetzt noch weitermachen? Von da an kostet dich jeder Kilometer nicht nur körperliche, sondern auch deutlich mehr mentale Anstrengung. Das Ziel solltest du dir also bei 100 Kilometern setzen oder zumindest weit über dem, was du dir eigentlich zutraust. Nun siehst du auch die Hürden in einem anderen Verhältnis. Nimmst du dir 50 km vor, so sind 20 bereits ein großer und anstrengender Teil des ganzen Vorhabens. Aber wenn du die 100 zum Ziel hast, so erscheinen dir 20 km wie ein kleiner Schritt auf dem Weg zu einem großen Vorhaben. Setze dir große Ziele!
Die Motivation bzw. Richtige mentale Einstellung ist tatsächlich das Wichtigste beim Megamarsch. Mit kaputten Füßen kannst du es noch einige Kilometer weiter schaffen. Ohne Motivation geht nichts mehr! Daher solltet ihr das Training insbesondere die Nachtwanderung vor allem als Prüfung eurer Willensstärke sehen!

Das Training

Megamarschler in Aktion

Zugegeben unsere Trainings haben sich in Grenzen gehalten. Wir haben uns bemüht viel im Alltag zu gehen, um unsere Schuhe einzulaufen und die Ausdauer zu trainieren. Ahja und wie von den Megamarschlern empfohlen haben wir unsere Füße regelmäßig mit Hirschtalg-Sportcreme eingecremt, um sie auf die Belastung vorzubereiten.
Da es heißt, dass die Nachtwanderung deutlich anstrengender ist, vor allem für die Willensstärke, haben wir uns an einem Freitagabend zusammen aufgemacht zu einem Abend/Nachtmarsch. Das Wetter war an diesem Tag nicht auf unserer Seite, den der Wind wehte eisig und hinzukam der typische hamburger Nieselregen. Zudem gab es eine Sturmwarnung aber uns konnte nichts aufhalten und die Zeit drängte. Aber hey, ist es nicht das beste unter den härtesten Bedingungen zu trainieren?

Bewaffnet mit warmer Kleidung und einer Flasche Cocktail auf Lilletbasis ging es in den wohlverdienten Feierabend. Nach 5 Kilometern machten wir einen Abstecher ins Sausalitos um uns mit einem Cocktail ToGo zu versorgen und weiter ging die Wanderung. Schließlich lassen wir uns nicht den Freitagabenddrink von einem Training nehmen. Alles in allem war das Training erfolgreich und dank des Alkohols waren wir bester Laune. Spätestens nach 15 Kilometern hatten alle den Alkohol abgebaut und zudem ging uns der Gesprächsstoff langsam aus. Die Müdigkeit setzte ein wenig ein und die ersten Hüftschmerzen waren zu spüren. Die letzten 5 km haben wir kaum ein Wort gewechselt, da schon das Reden mit Anstrengungen verbunden ist, die der Körper unwillkürlich vermeiden will. Abgesehen davon ging es uns nach der insgesamt 22 Kilometer langen Nachtwanderung gut. Wir waren alle wohlauf und guter Dinge. Unsere Nachtwanderung haben wir durch die hell erleuchtete Hamburg-City gemacht. Beim Megamarsch bist du auf längeren, unbeleuchteten Strecken unterwegs, weshalb wir dir zu einer Stirnlampe raten. Keine Sorge, du wirst bei weitem nicht als einziger eine tragen.

Da hören unsere Trainingsbemühungen auch schon auf. Ob wir beim nächsten Mal mehr für unsere Vorbereitungen tun würden? Ja, eine 30 Kilometer Tageswanderung, um Beine und Geist zu trainieren. Ansonsten würden wir persönlich keine extrem langen Wanderungen unternehmen, aber das ist wohl Geschmackssache. Der eine weiß lieber vorab worauf er sich einlässt und andere springen lieber ins kalte Wasser. Wenn du bereits vorher weiß, wie sich 50 Kilometer anfühlen, könnte es sein, dass du dir andere Grenzen setzt und das wollen wir tunlichst vermeiden. Das Wissen darum, dass die Reise beschwerlich werden wird, lässt dich bereits von Anfang an mit einer negativen Einstellung an die Sache herangehen, weshalb wir keine langen Wanderungen unternehmen würden.

Die Ernährung

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Ernährung, denn diese hat Einfluss auf deine Leistung und deine Motivation!

Trinkblase

Während wir beim Training noch alkoholische Getränke verzehrt haben und die Ernährung nicht so wichtig nahmen, haben wir uns vor dem Marsch viele Gedanken darüber gemacht und nachgelesen, worauf besonders geachtet werden sollte.

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung tut jedem gut. Als Megamarschler ist es jedoch wirklich wichtig das du darauf achtest darauf achtest.

Der wichtigste Punkt ist die Hydration. Beim Marsch verliert dein Körper jede Menge Wasser. Deshalb solltest du darauf achten schon am Tag vor dem Megamarsch viel zu trinken. Am besten 3-4 Liter. Um beim Marsch das Trinken nicht zu vernachlässigen, haben wir auf eine Trinkblase zurückgegriffen. Dadurch trinkst du automatisch wesentlich mehr.

Joghurtbowl

Beim Megamarsch verbrauchst du mehr Kalorien als du essen kannst, also versuche deinen Körper vorab zu unterstützen, in dem du die Speicher alle voll auflädst. In deinen Muskeln und in der Leber speichert der Körper Glykogen, um bei Bedarf darauf zugreifen zu können. Diese Speicher fühlst du am besten ein paar Tage vor dem Marsch mit komplexen Kohlenhydraten in Form von Reis, Vollkornbrot und -pasta, Kartoffeln und Haferflocken auf.

Vermeide schwer verdauliche Lebensmittel, die deinen Körper und die Verdauung unnötig belasten. Setze auf Obst, Gemüse und Fisch. Wir haben darauf geachtet, dass unser Körper einige Tage vor dem Marsch auch genügend Eisen bekommt. Die Eisenreservoirs werden bei einer derartigen Belastung stark in Anspruch genommen. Eisen ist wichtig für die Bildung von Hämoglobin, einem roten Blutfarbstoff. Ein Eisenmangel führt zu Blutarmut und einem Leistungsabfall. Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit und Herzklopfen sind nur einige mögliche Anzeichen des Eisenmangels. Gute Eisenquellen sind: Leber und allgemein rotes Fleisch, wobei diese Quellen in moderaten Mengen zu genießen sind, da sie ansonsten gesundheitliche Nachteile bergen. Weizenkleie, Hirse, Weizenkeime und Haferflocken sind daher eher zu empfehlen. Nüsse und vor allem Kürbiskerne sind ebenfalls sehr gute Eisenlieferanten. Übrigens hemmt Koffein die Aufnahme von Eisen. Unterstützt wird sie von Vitamin C.

Mit diesen Tipps solltest du gut für deine Vorbereitung auf den Megamarsch aufgestellt sein. Wenn du wissen möchtest, was wir alles zum Marsch mitgenommen haben und ob wir es geschafft haben, dann bleib dran! Unsere nächsten Blogartikel zum Megamarsch findest du bald auf askgeorge.com/de/lifestyle.