Packliste für einen 24h Marsch

05.06.2019

Wir haben uns vor dem Marsch viele Gedanken gemacht und uns darüber informiert, was Megamarschler auf den langen Weg mitnehmen. Trotzdem ist man im Nachhinein bekanntlich immer schlauer, weshalb wir gerne berichten und unsere Erfahrungen mit euch teilen. Welche Gegenstände sind unverzichtbar und was hat sich als Ballast der zu Hause bleiben kann herausgestellt? Unterwegs haben wir unter anderem Trinkblasen, Stirnlampen und Powerbanks getestet. Welche die besten für euren Marsch sind, erfahrt ihr in den verlinkten Testberichten.

Beim Packen wirst du merken, wie sich das Gewicht in deinem Rucksack ganz schnell aufsummiert. Ein Tipp: Wenn dein Rucksack schon am Anfang SEHR schwer ist, solltest du lieber etwas zurücklassen. Im Laufe der Wanderung wird sich nämlich jedes Gramm doppelt so schwer anfühlen.

Die Dinge die wir dabei hatten, haben wir für euch in Kategorien unterteilt und mit unseren Erfahrungen kommentiert.

Allgemeines

  • Starterpack
  • Bauchtasche
  • Geld
  • Personalausweis
  • Krankenkassenkarte

Einige Dinge die ihr auf gar keinen Fall vergessen solltet. Eine Bauchtasche ist nicht Jedermanns Sache eignet sich jedoch gut für die Dinge, die ihr stets zur Hand haben wollt, z.B. Smartphone, Kamera & der nächste Snack. Denkt daran, dass jedes absetzen des Rucksacks nicht nur Kraft, sondern auch jede Menge Zeit kostet. Eure Geschwindigkeit nimmt mit der Zeit ab, weshalb jede Minute zählt.

Die Kleidung

  • Leggings
  • Funktionsshirt
  • Softshelljacke
  • Fleecepullover/Sweatshirt
  • Warme Jogginghose
  • (Mütze, Handschuhe)
  • (Funktionshandtuch)
  • (Wechselshirt)
  • (Regenjacke/Cape)


Bei der Kleiderwahl kann ich im Nachhinein behaupten, dass wir die richtige Wahl getroffen haben. Mit Leggings und Funktionsshirt macht ihr nichts falsch, da diese wie eine zweite Haut sitzen. Es scheuert nichts, es ist superbequem und simpel zu gleich.
Warme Kleidung darf beim Marsch nicht fehlen, da es nachts sehr kalt werden kann. Zudem führt der Schlafmangel dazu, dass ihr empfindlicher auf Kälte reagiert. Mit Jogginghose, Sweatshirt und Softshelljacke bewaffnet, konnten wir der Nacht gut trotzen. Schaut euch am besten im voraus die Wettervorhersage an und entscheidet dann, welche Kleidung am besten geeignet ist. Wir hatten das Glück, das an diesem Tag kein Regen fiel, weshalb wir weder eine Regenjacke noch ein Cape gebraucht haben. Je nachdem wie kalt es wird bzw. wie empfindlich du bist, sind Mütze und Handschuhe nicht verkehrt.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann bittet Freunde oder Bekannte darum euch die warme Kleidung vorbeizubringen, da ihr euch dadurch viel Ballast sparen könnt.

Wer viel schwitzt, kann ein Wechselshirt einpacken und ein Funktionshandtuch (Normale Handtücher nehmen zu viel Stauraum ein). Ich persönlich muss gestehen, dass wir einige Stunden nach Anbruch der Nacht mental nicht mehr anwesend waren (übrigens nicht die schlechteste Strategie), weshalb uns die Wechselkleidung bereits am Allerwertesten vorbeiging. Ich glaube es ergeht den meisten so. Wenn du es also mit dir vereinbaren und die Körperhygiene für einen Tag nach hinten stellen kannst, dann lass die Ersatzkleidung zu Hause und begnüge dich Notfalls mit einer Katzenwäsche. Das gilt jedoch nicht für deine Füße!

Und was kommt an die Füße?

  • Wandersocken 3x
  • Lauf-/Wanderschuhe


Füße getapet

Nun zum Wichtigsten: Was sollte ich an meinen Füßen tragen, damit diese nicht schon nach 20 km den Geist aufgeben?

Von vielen Megamarschlern heißt es: Ohne Wanderschuhe geht nichts! Für die Lauf-, Sportschuhfraktion haben sie nur spöttische Blicke übrig oder halten sie schlichtweg für naiv. Andere setzen auf Militärstiefel. Nun hat aber nicht jeder Wandwerschuhe zu Hause und auch bei der Bundeswehr ist nicht jeder gewesen. Von uns Dreien besitzt nur eine Wanderschuhe. Diejenigen von uns für die Wandern (eigentlich) nicht zu ihren Hobbys zählt, möchten nicht unbedingt für ein einziges Ereignis Wanderschuhe kaufen. Schließlich müssen diese auch noch eingelaufen werden, sind nicht günstig und ein Blickfang sind sie meist auch nicht. Übrigens viele schwören auch auf Barfußschuhe!

Wir haben uns die Frage gestellt, ob eine 100 Km-Wanderung auch mit normalen Sportschuhen zu bewältigen ist. Von normalen Laufschuhen raten die meisten ab, aber es gibt dennoch den ein oder anderen der den Marsch auch mit Nike, Adidas und Co bewältigt hat.
Ich habe mir ein Paar neue Laufschuhe von Nike besorgt, die etwas größer sind als meine üblichen Schuhe (1-2 Größen). Da die Füße stark anschwellen, ist es auf jeden Fall ratsam, das die Schuhe nicht zu klein sind. Wir trugen beim Marsch übrigens alle Laufschuhe. Ob es die beste Wahl ist kann ich nicht sagen, da ich keinen Vergleich habe, aber wir können vorab sagen, dass wir mit diesen Schuhen einige Versorgungsstationen passiert haben. Am Ende waren unsere Füße hinüber, aber wer sagt das es in Wanderschuhen anders wäre? Daher würde ich sagen, wer es mit Laufschuhen versuchen will, braucht sich nicht verunsichern lassen. Hauptsache sie sind bequem und die Größe stimmt. Von einem zweiten Paar würden wir abraten. Es ist zu viel Ballast und Stauraum und auch das wechseln der Schuhe kann die Füße sehr in Mitleidenschaft ziehen.

Was allerdings genauso wichtig ist, wie die passenden Schuhe, sind die richtigen Socken! Sogenannte Wrightsocks sind perfekt fürs Wandern. Sie sind doppellagig und verhindern somit die Blasenbildung, da das Scheuern überwiegend zwischen Innen und Außensocke stattfindet. Ich glaube, dass wir ohne Wrightsocks niemals so weit gekommen wären. Unterwegs haben wir drei verschiedene Paar Socken getestet und alle haben den Marsch gut überstanden. Dabei haben wir die Marken , und die original ins Versier genommen.

Als ganz wichtig hat sich für uns auch das Tapen der Füße herausgestellt, womit wir uns schon in der nächsten Kategorie befinden.

Drogerie, Hygiene und erste Hilfe


Megamarsch Socken

Was du auf gar keinen Fall vergessen darfst, sind die Blasenpflaster und das Tape! Wenn deine Füße langsam den Geist aufgeben und die ersten Blasen auftauchen, können dich diese 2 Dinge noch einige Kilometer weiterbringen! Bei den Blasenpflastern haben wir auf eine Mixpackung gesetzt, denn diese können (und werden) überall auftauchen. Auf die Hirschtalgcreme haben wir am Tag der Wanderung verzichtet, wenngleich viele dazu raten. Wochen vor der Wanderung haben wir jedoch fleißig gecremt, um die Füße auf den Marsch vorzubereiten. Während des Marsches ist es wichtig, dass die Füße trocken gehalten werden! Einer der Gründe für uns, nicht vor der Wanderung zu cremen. Außerdem hält das Tape nicht wenn die Füße gecremt sind. Tapen solltet ihr eure Füße am besten schon vor der Wanderung um diese zu schützen. Achtet beim Training darauf, wo eure Füße zuerst scheuern und tapet vor allem diese Stellen ab.

Die Rettungsdecke ist übrigens Pflicht beim Megamarsch, also denkt daran.

Ganz wichtig sind auch Taschentücher, denn die Toilettensituation ist wahrlich nicht optimal beim Marsch. Bei den Verpflegungsstationen gibt es zwar die heißersehnten Baustellentoiletten, auf dem Weg trifft man jedoch nur selten auf diesen "Luxus". Da die meisten Lebensmittel direkt mit den Händen in Kontakt kommen, lohnt es sich Desinfektionstücher mitzunehmen.

Technik

  • Stirnlampe
  • Powerbank
  • Batterien
  • Kopfhörer
  • Ladekabel
  • GoPro/Kamera/Selfiestick/Gimbal

Den Megamarsch auf Kamera festzuhalten sorgt nicht nur dafür, dass dein Erlebnis und deinen Leidensweg unvergesslich bleibt, sondern sorgt zusätzlich für Spaß, Motivation und extra Ansporn weiterzumachen. Unterwegs siehst du die kuriosesten Dinge und gerade das macht es so unvergesslich. Menschen, die einen anfeuern, ohne dass sie jemals zuvor vom Megamarsch gehört hätten, Wanderer am Ende ihrer Kräfte, die unter einer Rettungsdecke auf ihre Retter warten, Teilnehmer, die nach 80 km bester Laune sind und vieles mehr. Das alles aufzuzeichnen sorgt dafür, dass du dranbleibst und dich weniger mit deinen schmerzenden Füßen beschäftigst. Also packe ein Selfiestick, deine GoPro oder Gimbal ein, damit du später etwas zu erzählen hast.
Der Ein oder Andere von uns trackt seine Errungenschaften gern. Egal ob du eine Smartwatch, einen Fitnesstracker oder dein Smartphone dafür nutzt, denk daran das Gerät vorher aufzuladen und ggf. eine Powerbank und ein Ladekabel mitzunehmen. Eine kleine Powerbank sollte im Grunde ausreichen, da du unserer Erfahrung nach die meiste Zeit deinen Gedanken nachhängst. Wer viel vorhat oder sich die Powerbank teilt kann auch auf eine 20.000 mAh Powerbank setzen.


Stirnlampe

Auch wichtig ist eine Stirnlampe, die deine Nachtwanderung um einiges erleichtert. Es gibt Stellen auf der Route, die gänzlich unbeleuchtet sind. Insbesondere, wenn der Weg uneben ist, wirst du sehr dankbar für eine Stirnlampe sein. Ich weiß, es gibt attraktivere Gadgets, aber keine Sorge 1. wirst du bei Weitem nicht der oder die Einzige mit einer Lampe auf dem Kopf sein und 2. ist es dir nach spätestens 50 km egal was der der Rest der Welt über dich denkt. Denke auch an Batterien für die Lampe.

Verpflegung

  • Trinkblase
  • Proteinriegel
  • Bananenbrot
  • Energyballs
  • Selbstgemachte Müsliriegel
  • Naschis
  • Brot / Brötchen
  • Traubenzucker
  • Proteinriegel
  • Powertabs isotonisches Getränk
  • Nüsse
  • Pocketcoffee

Trinkblase

Hydration ist beim Megamarsch das A und O. Wir raten dir eine Trinkblase zu verwenden, weil du dadurch automatisch viel mehr trinkst. Mit einer Flasche müsst ihr jedes Mal den Rucksack absetzen, um diese rauszuholen oder jemanden darum bitten. Je später der Abend wird, desto träger werdet ihr und das wirkt sich auf euer Trinkverhalten aus. Achtet also darauf wirklich genug zu trinken und verwendet am besten eine Trinkblase, die es euch ermöglicht jederzeit ein Schluck Wasser zu nehmen. Denkt an Vitamin-/Salztabletten, die euren Körper bei der Extremwanderung unterstützen. Löst diese am besten direkt in eurem Getränk auf (Funktioniert auch in der Trinkblase). Wir haben die Isostar Powertabs verwendet, die uns auch im Geschmack überzeugt haben. Wie viel Wasser ihr einpackt ist euch überlassen. Denkt dran, dass ihr an Supermärkten vorbeikommt und auch an den Stationen gibt es genug Wasser. Beim Start gibt es übrigens keine Getränke!

Verpflegung

Wir hatten wirklich viel Essen dabei, dass wir größtenteils auch vertilgt haben. Also nur keine Hemmungen. Ihr verbrennt beim Marsch jede Menge Kalorien. So viel könnt ihr kaum Essen wie ihr da verbrennt. Da du versuchen solltest kleine Mahlzeiten zu essen, um nicht träge zu werden, haben wir uns für kalorienreiche Snacks entschieden. Obst ist vergleichsweise schwer und findet sich an den Stationen, weshalb wir keins eingepackt haben. Worauf ihr sonst beim Essen achten solltet könnt ihr in unserem Blogbeitrag "Wie du dich auf den Marsch deines Lebens vorbereitest" nachlesen. An den Stationen finden sich überwiegend süße Sachen auf die ihr bald keine Lust mehr habt. Nehmt am besten eine Portion eurer deftigen Lieblingsspeise mit. Achtet darauf, das diese jedoch nicht zu schwer ist. Damit ist nicht nur das Gewicht, sondern auch die Verdauung gemeint. Auch bei den Naschis gilt: Kalorientechnisch werdet ihr es verbrennen, aber Zucker macht träge! Nehmt auch da nur geringe Mengen mit, die eher dafür gedacht sind euch bei Laune zu halten.

Als es morgen wurde, hatten wir keine Lust mehr zu Essen. Wirklich nichts! Leider fordert der Körper gleichzeitig Nahrung, wenn du seit Stunden auf den Beinen bist und der letzte Snack schon lange zurückliegt. Das macht sich ggf. durch Schwindel bemerkbar. Dann müsst ihr unbedingt etwas essen! Mir hat da Traubenzucker geholfen. Es geht schnell ins Blut und lässt euch schnell wieder zu Kräften kommen.

An den Verpflegungsstationen gibt es Wasser, Tee, Kaffee und Brühe. Lebensmittel waren unter anderem Bananen, Äpfel, Milchbrötchen, Salzstangen, Cabanossi, Gewürzgurken, Russisch Brot, Müsliriegel und Energycakes, Schokakola und Frikadellen (nicht alles an jeder Station).

Verpflegungsstation

Zudem gab es bei Kilometer 50 einen Food Stand mit Drinks in den Geschmacksrichtungen Kaffee, Erdbeere, Vanille und Schokolade, die einen mit Energie und Vitaminen versorgt haben. Bei Kilometer 33 könnt ihr Halt machen beim Krombacher Alkoholfrei Stand, der uns mit einem leckeren Radler versorgt hat. Beachten sollte man allerdings, dass jede Verpflegungsstation die Lebensmittel ungefähr auf die Anzahl der Marschierenden planen werden und man deshalb nicht so viel einpacken sollte, damit die Läufer nach einem auch noch etwas von jedem abbekommen.