Warum Sie Ihren Kaffeesatz nicht wegwerfen sollten

03.11.2018

Viele brühen ihren Kaffee auf und werfen den im Filter zurückgebliebenen Kaffeesatz in den Müll. Doch dies ist ein Fehler, denn er kann noch weiterverwendet werden. Die gemahlenen Kaffeebohnen enthalten immerhin viele wertvolle Nährstoffe, die sich zur Weiterverwertung anbieten. Nachfolgend werden die besten Tipps gegeben, was man mit dem Kaffeesatz alles machen kann. Eines vorweg: Der Kaffeesatz sollte in den meisten Fällen vorher abkühlen und austrocknen. Im feuchten Zustand schimmelt er ziemlich schnell.

Der vielseitig verwendbare Kaffeesatz

Der Kaffeesatz ist der schwarze Rest, der nach dem Kaffeeaufbrühen im Filter übrig bleibt. Er sieht unappetitlich aus und wird, ohne großartig darüber nachzudenken, einfach weggeschmissen. Doch der vermeintliche Abfall ist ein wahres Wundermittel. Unsere Urgroßeltern wussten bereits von der vielfältigen Wirkung des Kaffeesatzes. Sie haben damit Töpfe und Pfannen gereinigt, unangenehme Gerüche beseitigt und Schädlinge von der Speisekammer ferngehalten. Äthiopien gilt als Ursprungsland des Kaffees. Hier gilt der Kaffeesatz als Wundermittel für Schönheit. Daher ist er in vielen Kosmetikprodukten enthalten.

Warum man den Kaffeesatz nicht wegwerfen sollte
Kaffeesatz: Viel zu gut zum wegwerfen - Foto: @ Gregory Lee adobestock

Üble Gerüche im Kühlschrank mit dem Kaffeesatz vertreiben

Kaffee vertreibt schlechte Gerüche, da das Pulver die Geruchsmoleküle bindet. Daher bietet es sich an, den Kaffeesatz in eine Schüssel zu geben und anschließend in den Kühlschrank zu stellen. Der Kühlschrank riecht immer nach unterschiedlichen Lebensmitteln, egal, wie sauber er ist. Mit dem Kaffeesatz können Gerüche innerhalb kurzer Zeit neutralisiert werden. Das Pulver sollte natürlich gelegentlich ausgewechselt werden. Der Kaffeesatz kann für den gleichen Zweck auch in anderen Räumen als Geruchskiller eingesetzt werden, beispielsweise in der Küche, um Rauch oder andere unangenehmen Gerüche zu beseitigen. Riechen die Hände nach Zwiebeln oder Knoblauch, können sie ebenfalls einfach mit dem Kaffeesatz eingerieben werden. In die Schuhe gestreut, kann der Kaffeesatz sogar Schweißfußgeruch eliminieren. Ganz gleich, wo er zum Einsatz kommt, das Gute ist: Der Kaffeesatz überdeckt die unangenehmen Gerüche nicht nur, sondern beseitigt sie.

Kaffeesatz ist ein idealer Blumendünger

Kaffeesatz enthält wertvolle Nährstoffe für Pflanzen. Dazu gehören zum Beispiel Kalium, Stickstoff und Phosphor. Für Pflanzen sind dies lebenswichtige Substanzen. Daher ist es sinnvoll, in die Blumenerde zwei Esslöffel des Kaffeesatzes zu geben. Er ist zudem leicht sauer. Dank des niedrigen pH-Werts kann stark kalkhaltiges Wasser durch den Kaffeesatz neutralisiert werden. Auch in Beeten kann er als Dünger verwendet werden. Insbesondere Rosen, Hortensien und Tomaten oder andere Nutzpflanzen profitieren davon. Der kalte Kaffeesatz wird einfach um die Pflanzen herum gestreut und mit einer Harke leicht eingearbeitet. Der Kaffeesatz verhilft Pflanzen zu kräftigerem Wachstum, gesunden Blättern und schönen Blüten. Warum sollte also zu teuren Chemikalien gegriffen werden, die die Umwelt belasten? Ein weiterer Vorteil: Der Kaffeesatz zieht Regenwürmer an, die das Erdreich lockern und als Gartennützlinge somit erwünscht sind. Daher empfiehlt es sich, Kaffeesatz zu sammeln. Er kann übrigens auch noch verwendet werden, wenn er bereits weiße Flecken aufweist. Dies zeigt lediglich, dass der Verrottungsprozess eingesetzt hat. Der Kaffeesatz kann außerdem mit Wasser verdünnt werden, um damit die Pflanzen zu gießen.

Warum man den Kaffeesatz nicht wegwerfen sollte
Kaffeesatz: Darum sollte man den Kaffeesatz nicht wegwerfen - Foto: @ Klaus Eppele adobestock

Schädlinge mit Kaffeesatz bekämpfen

Der Kaffeesatz eignet sich zudem zur Schädlingsbekämpfung. Damit können beispielsweise Schnecken oder Wühlmäuse vertrieben werden. Auch Ameisen mögen keinen Kaffeesatz. Der Kaffee neutralisiert die Duftspuren, die von den Tieren gelegt werden, sodass sie sich andere Wege suchen. Die Ameisenvölker nutzen ihre Duftspuren zur "Navigation" und lassen sich daher mit dem Kaffeesatz gut fernhalten. In all den genannten Fällen empfiehlt es sich, auf die betroffene Fläche eine Spur aus Kaffeesatz zu streuen oder das getrocknete Pulver in die Erde von Beeten einzuarbeiten. Der Kaffeesatz soll außerdem dabei helfen, Fruchtfliegen im Topf von Zimmerpflanzen zu beseitigen. Wie bereits erwähnt, sollte der Kaffeesatz jedoch vor der Verwendung vollständig trocken sein, um eine Schimmelbildung zu verhindern.

Kaffeesatz für die Körperpflege nutzen

Mit einer Handvoll Kaffeesatz und zwei Esslöffeln Olivenöl kann dank der körnigen Konsistenz ein klärendes Peeling hergestellt werden. Die enthaltenen Partikel wirken wie kleinste Schleifsteine. Sie befreien die Haut von alten Hautschüppchen. Das enthaltene Koffein verbessert die Blutzirkulation, erweitert die Blutgefäße und kann zur Straffung des Bindegewebes beitragen, heißt es. Die Haut wird schön weich, samtig und geschmeidig. Das Peeling sollte nach dem Auftragen und Einmassieren etwa eine halbe Stunde einwirken. Anschließend wird es mit warmem Wasser wieder abgespült. Der Kaffeesatz kann auch mit dem Duschgel vermischt werden, das danach wie gewohnt verwendet wird. Er soll außerdem gegen Cellulite helfen. Der noch warme Kaffeesatz wird in Folie gegeben und um die Oberschenkel gewickelt. Die Einwirkzeit beträgt rund 15 Minuten. Der Kaffeesatz kann auch mit dem Haarshampoo vermischt werden, um die Haare zu kräftigen und ihnen Glanz zu schenken. Dies sollte jedoch nicht bei hellem Haar erfolgen, denn Kaffee wirkt leicht färbend.

Kaffeesatz als mildes Scheuermittel und Politur im Haushalt

Kaffeesatz lässt sich aufgrund der Struktur auch als sanftes Scheuermittel verwenden, um verkrustete, unempfindliche Pfannen oder Töpfe damit zu reinigen. Auch eingebrannte Fettreste auf einem Grillrost oder Rückstände auf einer Kochplatte können mit Kaffeesatz abgeschmirgelt werden. Er wird hierfür auf einen Schwamm aufgebracht. Antike, dunkle Möbel erhalten mit dem Kaffeesatz neuen Glanz und angenehmen Geruch. Es ist empfehlenswert, keine empfindlichen Stellen mit dem Kaffeesatz zu behandeln, um Kratzspuren zu vermeiden.

Fazit

Die meisten werfen den Kaffeesatz nach dem Überbrühen einfach weg. Nur die Wenigsten wissen, wie vielfältig er noch weiter verwendet werden kann. Der Kaffeesatz ist ein absoluter Allrounder, tut der Umwelt viel Gutes und spart zudem den Geldbeutel.