Mythos Smoothies: Wie gesund sind sie wirklich?

Die Smoothie-Bewegung, die mit viel Euphorie gestartet ist, hat einen Dämpfer bekommen. Das Gesundheitsplus, das von den Smoothies erhofft wird, scheint nicht in dem Maß einzutreten wie erhofft. Ganz im Gegenteil. Kritik an den fruchtigen Getränken wird laut. Hier erfahren Sie, was kritisiert wird und was von dieser Kritik zu halten ist.

Sind Smmothies wirklich so gesund wie alle behaupten?
Mythos Smoothies: Wie gesund sind sie wirklich - Foto: @ anaumenko adobestock

Fünf Portionen am Tag

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag im Rahmen einer gesundheitsbewussten Orientierung. Es geht darum, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die in den natürlichen Lebensmitteln enthalten sind, für einen gesunden Organismus zu nutzen und auf Fett oder künstlich zubereitete Nahrungsquellen lieber zu verzichten. Der Ansatz ist lobenswert. Doch er hat einen Haken. Wenn in einem Smoothie kiloweise Obst püriert ist, ist das mehr, als wir im Normalfall essen würden. Daher ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass ein Smoothie vom Nährwert her eher einer Mahlzeit entspricht als einem Getränk. Kalorienzählen ist also, nicht zuletzt wegen des hohen Gehalts an Fruchtzucker, unbedingt angesagt.

Zuckerbombe im Glas?

Die DEG warnt vor dem Smoothie-Verzehr ohne Grenzen. Eine britische Studie zeigt, warum. Bis zu 13 g Zucker auf 100 ml verstecken sich in den fruchtigen Getränken. So ist eine kalorienarme Nahrung mit Smoothies aus dem Supermarkt kaum möglich. Ausnahme: Wer seinen Smoothie frisch selbst zubereitet, hat den Zuckeranteil im Griff. Allerdings nur, was eventuell selbst an Zucker zugesetzt wird. Der Fruchtzuckeranteil der einzelnen Obstsorten kann natürlich nicht beeinflusst werden, sodass es Sinn macht, den Gemüseanteil im Glas so hoch wie nur möglich zu halten. Grün ist die Farbe, die einen Smoothie oft besonders gesund macht.

Kauen nicht vernachlässigen

Obst und Gemüse ist nicht nur als vitaminreiche Kost, sondern auch im Hinblick auf die Kaufunktion wichtig. Daher sollte Obst und Gemüse auch in natürlicher Form gegessen werden. Der Speichel hat eine wichtige Funktion für unsere Verdauung und wird vor allem durch das Kauen von festen Nahrungsmitteln angeregt. An einem Apfel zu knabbern statt ihn zu trinken ist also gesund.

Fruchtanteil im Auge behalten

Wer seinen Smoothie als Ersatz für den selbst geschnippelten Obstsalat sieht, muss auf den Fruchtanteil achten. Mindestens 50 % sollte er ausmachen, damit der Smoothie nicht nur eine Art Saftersatz ist. Auch hier gilt: Wer dem Smoothie selbst mixt, weiß, was daran steckt. Das gilt nicht nur für Menge und Qualität der Früchte. Es gilt auch für Zusatz- und Konservierungsstoffe, die beim privaten Mixen vielfach einfach außen vor bleiben. Zudem kann jeder die Sorten Obst und Gemüse verwenden, die er mag. Besonders wichtig ist das bei Kindern, wenn sie an gesunden Genuss aus der Natur herangeführt werden sollen.


Fazit: Smoothies zu verteufeln ist sicherlich nicht sinnvoll. Es geht darum, sie bewusst zu genießen und immer einen Blick auf die jeweils in ihnen befindlichen Inhaltsstoffe zu haben. Wer Selbstmixer ist, hat es auch selbst in der Hand, den Smoothie zur idealen Nahrung für sich zu machen. Erlaubt ist dabei, was gefällt. Wenn der Gemüseanteil hoch ist, kann Fruchtzucker entsprechend reduziert werden. Denn der natürliche Zucker enthält oft mehr Kalorien, als man gerne zu sich nehmen möchte.