Welche Kaffee-Maschine ist die richtige für mich?

23.09.2019

Kaffeetasse mit Kaffeebohnen
Den Filterkaffee mögen die Deutschen nach wie vor am liebsten

Der Kaffee ist das liebste Getränk der Deutschen. 162 Liter Kaffee trinkt der durchschnittliche Deutsche pro Jahr und zwar am liebsten den altbewährten Filterkaffee, aber auch der Cappuccino und Latte Macchiato erfreuen sich einer großen Beliebtheit. So ist aus dem Kaffeebrühen eine ganze Wissenschaft entstanden und der Normalverbraucher fühlt sich mit der Frage, welche Kaffeemaschine für einen die Richtige ist überfordert. Wir wollen Licht ins Dunkle bringen und schaffen einen Überblick über die Kaffeemaschinenarten, den Preisrahmen und was sie alles auf dem Kasten haben.


Die Einfache – Filterkaffeemaschine

Funktionsweise: Die Zubereitung in einer Filterkaffeemaschine ist relativ einfach. Der gemahlene Kaffee wird in den Filter gegeben (Menge variiert je nach gewünschter Stärke des Kaffees) und dieser wird in die entsprechende Vorrichtung eingesetzt. Der Wassertank wird mit Wasser befüllt und schon kann es losgehen. Das kochende Wasser fließt durch ein beheizbares Rohr in Richtung des Filters und durchläuft das Kaffeepulver. Anschließend wird es in einer Glas- oder Thermoskanne aufgefangen. Die Dauer der Durchflusszeit lässt sich bei manchen Maschinen regulieren, wodurch der Kaffee länger mit dem Wasser in Kontakt bleibt und einen Einfluss auf das Aroma, die Stärke und den Geschmack ausübt.

Glaskanne: Kaffeefiltermaschinen mit einer Glaskanne werden von unten beheizt, um den Kaffee länger warm zu halten. Leider verliert der Kaffee dadurch sein wertvolles Aroma und wird bald bitter.

Kaffeefiltermaschine mit Glaskanne
Die altbewährte Methode um sich einen Kaffee zu kochen.
Thermoskanne: Verfügt die Maschine über eine Thermoskanne, sparst du nicht nur Stromkosten und tun der Umwelt etwas Gutes, sondern erhalten auch das Aroma länger.

Kaffeespezialität: Filterkaffee
Für wen? Eignet sich für alle die nicht mehr von ihrer Maschine erwarten, als einen simplen Filterkaffee. Ohne großen Zeitaufwand lassen sich gleich mehrere Tassen zubereiten und das gilt auch für die Reinigung.

Kosten: Kaffeefiltermaschinen sind schon ab 18 Euro und mit Thermoskanne bereits ab 20 Euro erhältlich.
Hinzu kommen: Filtertüten ca. 2€/100 Stück und Kaffee am besten aus Arabicabohnen, da diese am besten für den Filterkaffee geeignet sind.

Wer auf den frisch gemahlenen Kaffee nicht verzichten mag, kann sich eine Kaffeemühle zulegen.


Für den kleinen Starken – (elektrische) Espressokocher

Espressokocher mit fertigem Espresso
Einen Espresso kannst du dir mit einem elektrischen Espressokocher auch auf Reisen selbst bereiten

Funktionsweise: Ein Espressokocher besteht aus zwei Teilen – dem Wassertank mit Filtertrichter, in den der Kaffee kommt und der Kanne., die auf den unteren Teil geschraubt wird. Anschließend wird der Espressokocher auf die Herdplatte geschoben oder bei elektrischen Espressokochern an den Strom angeschlossen. Das Wasser beginnt zu Kochen und mit Druck durch das Kaffeemehl gepresst.


Espressokocher für den Herd: Die Zubereitung auf der Herdplatte ist kniffliger, da der richtige Zeitpunkt zwischen dem nötigen Druck um das gesamte Wasser durch den Kaffee zu schicken und dem Überkochen gefunden werden muss. Die kleine Kanne kocht schnell über.
Elektrischer Espressokocher: Bei den elektrischen Espressokochern gestaltet sich das einfacher, dank Abschaltautomatik und Kochstoppfunktion. Wir haben elektrische Espressokocher für dich getestet.

Kaffeespezialität: Espresso & wer sich zusätzlich einen Milchaufschäumer zulegt, kann auch einen Latte Macchiato oder Cappuccino zubereiten.
Für wen? Dieses Gerät ist eher was für den Espressoliebhaber. Er eignet sich für den kleinen Espresso am Morgen oder Nachmittag und kann dank der Größe ist er auch ein guter Begleiter für den Urlaub.

Kosten: Der klassische Espressokocher für den Herd ist bereits ab 10 Euro zu haben.
Für den elektrischen musst du mit mindestens 23 Euro rechnen, die meisten liegen jedoch zwischen 45-80 Euro. Hinzu kommt der Kaffee, dabei sind Espressobohnen meist dunkler geröstet als Bohnen für Filterkaffee.


Für den Barista und wahre Kenner - Die Espressomaschine

Espressotasse mit Keks (Cantuccini) und Kaffeebohnen
Eine Espressomaschine ist eher eine Anschaffung für echte Kenner
Funktionsweise: In das Sieb kommt sehr dunkel geröstete und gemahlene Espressobohnen. Anschließend wird er im Sieb angedrückt und in der Maschine verriegelt. Mit einem hohen Druck (höher als bei Espressokochern) wird das Wasser durch das Kaffeemehl gepresst. So emulgieren Kaffee und Wasser am besten. Für einen guten Espresso ist ein hochwertiges Gerät die halbe Miete, aber auch die Erfahrung und die einzelnen Komponenten spielen eine entscheidende Rolle. Für einen gelungenen Espresso sollte es sich um eine Siebträger-Maschine handeln.

Kaffeespezialität: Espresso & wer sich zusätzlich einen Milchaufschäumer. zulegt, kann sich auch einen Latte Macchiato oder Cappuccino zubereiten.
Für wen? Die Espressomaschine ist eher ein Gerät der höheren Preisklasse und daher eher für echte Kenner, Experten und Barista geeignet, die den Wert eines exzellenten Espresso zu schätzen wissen und bereit sind dafür tiefer in die Tasche zu greifen.

Kosten: Die Preisspanne reicht dabei von ca. 70 Euro bis 2000 Euro.
Hinzu kommt der Kaffee, dabei sind Espressobohnen meist dunkler geröstet als Bohnen für Filterkaffee.


Auf Knopfdruck - Kapselmaschinen

Espressokapselmaschine im Betrieb
Die Espressokapselmaschine bereitet einen guten Espresso auf Knopfdruck

Funktionsweise: Die Kapselmaschine ist wohl das revolutionärste Gerät, mit dem der Kaffee auf Knopfdruck möglich wird. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass die Kapseln eine hohe Belastung für die Umwelt darstellen. Maschine auf, Patrone rein, Knopf drücken und fertig. Im Anschluss startet der Brühvorgang. Dabei wird das erhitzte Wasser durch die Kapsel gepresst, das Getränk füllt sogleich die bereitstehende Tasse. Wer seinen Kaffee mit Milch wünscht, muss ein wenig länger warten, der beschriebene Vorgang läuft dann doppelt ab – einmal mit dem Kaffee, einmal mit der Milch. Beide Bestandteile des Wunschgetränks sind in den Kapseln versiegelt. Mittels einer oft integrierten Füllmengenregulierung lassen sich Menge und Geschmacksintensität variieren. Je nach Kapselsystem bieten die Maschinen unterschiedliche Möglichkeiten. Espresso-Kapselmaschinen-Test.

Kaffeespezialität: Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato, Chai Latte, Kakao etc. Abhängig vom Kapselsystem.
Für wen? Eher für Singles sowie Zweipersonenhaushalte mit mäßigem Kaffeegenuss oder ohne Umweltbewusstsein.

Kosten: Die Maschine selbst kostet ca. 30-100 Euro. Die Kapselmaschinen sind ein eher teures Unterfangen. Selbst bei Kapselsystemen mit Nachahmer-Kapseln beläuft sich der Preis auf mind. 20 Cent pro Tasse. Für Milchgetränke muss mit mehr gerechnet werden.


Kaffeepadmaschinen - der moderne Filterkaffee

Funktionsweise: Die Kaffeepadmaschine ist dem Kapselsystem relativ ähnlich. So werden darin ebenfalls stets nur 1-2 Tassen aufgebrüht. Pro Tasse wird ein Pad in die Maschine eingelegt. Auf Knopfdruck wird eine genau abgemessene Wassermenge auf 90 Grad erhitzt und mit Druck durch das Kaffeepad gepresst.
Der Unterschied zwischen Kapsel und Pad: Padmaschinen brühen mit deutlich weniger Druck, dafür aber mit mehr Wasser, als Kapselgeräte es tun. Im Ergebnis bedeutet das, dass eine Padmaschine dem deutschen Filterkaffee ähnlicher ist.

Kaffeespezialität mit Filterkaffee-Note, einige Geräte verfügen bereits über ein zusätzliches Milchschaumsystem wodurch die Zubereitung von Cappuccino, Latte Macchiato oder Café Latte mit heißen Milchschaum möglich wird.

Kosten: ab 55 Euro und mit Milchaufschäumersystem ab ca. 90 Euro. Kaffeepads sind ab ca. 7 Cent pro Stück zu haben.

Alles was das Herz begehrt - der Kaffeevollautomat

Kaffeevollautomat im Betrieb
Auf Knopfdruck werden die Bohnen frisch gemahlen und ein aromatischer Cafe Crema ist fertig
Funktionsweise: Oben werden ganze Bohnen, Wasser und ggf. Milch eingefüllt, unten auf Knopfdruck das gewünschte Getränk gezapft. Den Kaffeesatz kippt der Automat auch gleich in einen Kaffeesatzbehälter und die besseren Modelle reinigen sich nach dem Kaffeekochen selbst. Ein Kaffeevollautomat funktioniert ähnlich wie eine Espressomaschine. Nur werden die Bohnen in der Maschine gemahlen und die gewählte Portion in den Sieb gepresst und das alles automatisch. Verfügt die Maschine über ein Milchaufschäumsystem, so wird sie aufgeschäumt und im richtigen Verhältnis zusammen mit dem Kaffee in einen Becher gefüllt.

Kaffeespezialität: Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato ggf. auch Kakao usw.

ACHTUNG: Nicht jeder Kaffeevollautomat verfügt über ein Milchaufschäumnugssystem, aber die meisten.

Für wen? Man sollte sich als Kaffeetrinker bezeichnen, um sich ein solches Gerät zuzulegen, da die Preise in einem höheren Bereich liegen.

Kosten: Die Preise variieren so stark wie die Leistung der Maschine. Die günstigsten gibt es für ca. 190 Euro. Spitzenprodukte liegen im vierstelligen Bereich. Lass dich am besten von einem Experten beraten.